Blogserie: Die Knoten unseres LebensBlog
- Kathrin Schachtschabel

- 5. Juli
- 3 Min. Lesezeit

Manche Wege sind sehr interessant, "Zufälle" ereignen sich, wenn man achtsam durchs Leben wandelt.
Das ist nicht immer möglich.
Ich sass im Januar 2025 im Flieger von Indien TRV nach Dehli.
Eine Frau stürmte förmlich auf ihren Platz neben mich. Für mich sah etwas "durch den Wind aus". Das war mein erster Gedanke. Aber der erste Gedanke trügt häufig, zumindest bestätigte sich meine Einstellung sehr schnell.
Wir merkten bald dass wir deutschsprachig sind, kamen langsam ins Gespräch und plötzlich taten sich so viele Gemeinsamkeiten auf, dass es mich schon fast etwas erschrecken liess.
Ähnliche Lebensthemen, Mutter von mehreren Kindern, beruflich ähnlich aufgestellt wie ich... und dann sassen wir zu unserer Überraschung auch noch im Flieger nach Frankfurt nebeneinander. Das war für mich wirklich crazy.
Wir blieben in sporadischem Kontakt und da sie in der Nähe meiner Tochter wohnt, trafen wir uns vor 2 Monaten zum Abendessen - sie macht gerade mit 64 Jahren eine Ausbildung zum Traumasensiblen Beziehungscoach und als Probandin trug sie mich in die Liste ein, heisst ich werde gerade von einer ihrer Mitstudierenden gecoacht.
Themen ploppen da natürlich auf.
Da ich parallel einige Bücher parallel lese, eins hat mir vor Jahren Dr Ute Schloe empfohlen- "Das weisse Land der Seele", zu dem ich jetzt endlich komme, merke ich, wie die Synchronisation meiner Aufmerksamkeit folgt.
Manchmal betrachten wir eine Krankheit wie einen isolierten Defekt.
Ein Gelenk schmerzt, der Blutdruck steigt, der Schlaf verschwindet, die Verdauung rebelliert.
Doch was wir schon längst wissen ist, dass unser Körper mehr ist als eine Maschine.
Viele Menschen sehen Symptome als Wegweiser an.
Spätestens seit der Corona Epidemie hat sich in der Beziehung einiges in unseren Köpfen geändert.
Mein neues Buch, das ich im Anschluss an obiges lese,
heisst, "Samarkand"
Die alte Stadt Samarkand war über Jahrhunderte ein Treffpunkt verschiedener Handelswege. Menschen, Waren, Ideen und Kulturen kreuzten sich dort.
Auch in uns gibt es solche Kreuzungspunkte.
Eine körperliche Beschwerde entsteht selten nur im Körper.
An ihr können beteiligt sein:
chronischer Stress
ungelöste Konflikte
Verlust
Überforderung
familiäre Muster
mangelnde Selbstfürsorge
emotionale Verletzungen
Der Körper wird zum Erzähler einer Geschichte, die oft lange vor dem ersten Symptom begonnen hat.
Traumasensible Gesundheitsarbeit bedeutet deshalb nicht, Krankheiten zu psychologisieren.
Sie bedeutet, den Menschen als Ganzes wahrzunehmen.
Körperliche Reaktionen auf Thematiken (Traumenknoten), Geist, Nervensystem, Beziehungen und Lebensgeschichte bilden eine Einheit.
Vielleicht ist Heilung manchmal die Einladung, den Knoten hinter dem Symptom zu entdecken und hineinzugehen, denn:
Was nicht gesehen, gefühlt, ausgesprochen und integriert wird, sucht sich oft einen anderen Ausdruck.
Manchmal in Beziehungen.
Manchmal in Familienkonflikten.
Manchmal im Nervensystem.
Manchmal im Körper...
Dabei ist wichtig, keine Krankheiten auf unverarbeitete Gefühle zu reduzieren. Gesundheit und Krankheit haben immer viele Ursachen: biologische, soziale, psychologische und oft auch spirituelle Aspekte.
Dennoch zeigt die moderne Stress-, Trauma- und Bindungsforschung, dass unsere Lebensgeschichte erheblichen Einfluss auf unser Wohlbefinden hat.
Kleine Übung für dich, wenn du magst:
Nimm eine Erinnerung aus deiner Kindheit, die etwas schmerzhaft für dich war und gehe mit ihr in Resonanz oder schau dir die Gegebenheit vllt. erst einmal aus der Adlerperspektive an und spüre was es mit die gemacht hat, ohne gleich in das Gefühl zu gehen.
Schenke dir mehrere Atemzüge und spüre
Gehe dann aus deiner jetzigen Perspektive zu deinem damaligen " Ich " und gib dir das was du damals gebraucht hättest- Zuwendung, Umarmung , ...und sage dir " ich sehe dich, ich schenke dir Aufmerksamkeit, deine Gefühle dürfen jetz sein und dann nimm sie wahr, wo du sie spürst, atme dorthin und spüre dich , bis das ungute Empfinden nachlässt.



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